(see english version below)
Am 1. Mai werden wir wieder das Barrio Antifascista in Berlin Kreuzberg
organisieren. Wir werden mit der Bühne dieses mal in einen Park in unserer
Nachbarschaft ziehen und ihn gleichzeitig umbenennen. Wir werden einen Teil
des Bethanien Parks in "Carlo Giuliani Park" umtaufen. Im Juli ist der 10.
Jahrestag der Proteste von Genua und für uns ist diese Aktion eine
Herzensangelegenheit, zu der wir Euch gerne einladen würden!
Hier das Programm:
ab 15:00 Zirkus Zack & Circus Schatzinsel (Mitmachzirkus), Infostände, Vokü von Food for Action...
15:00 dj Vaga, dj Seven, djane Alora.O (global beatz, punk & hiphop)
16:00 Surfpoeten (political poetry)
17:00 4Xsample (beatbox champions)
17:15 Conexion Musical (hiphop)
18:00 Revolutionäre 1.Mai Demonstration
20:00 dj Vaga, dj Seven, djane Alora.O (global beatz, punk & hiphop)
21:00 Dota und die Stadtpiraten
22:30 Irie Révoltés (Hiphop.Ska.Reggae)

10 Jahre nachdem Carlo Giuliani von der italienischen Polizei erschossen wurde, eröffnen wir den Carlo Giuliani Park in Berlin Kreuzberg. Dieser Park soll ein Freiraum sein, der den Menschen gehört, ein Ort der Begegnung und des Respekts – ein Park ohne Konsum- und Leistungsterror, ohne Sicherheitswahn und Überwachung. In Berlin gibt es kaum noch Plätze wo wir sein können, ohne Geld ausgeben zu müssen, ohne Kunde zu sein oder sich wie auf einem Laufsteg vorzukommen. Warum? Wer hat die Plätze gestohlen? Wer hat die Kultur, den Sinn für Musik, Kunst und Gemeinsamkeit gestohlen? Wer hat unsere Stadt gestohlen? Es sind die Verantwortlichen für Privatisierung und Kommerz, die Profitstrategen des freien Marktes, die Ingenieure des grauen Alltags.
Carlos Name soll uns erinnern und gleichzeitig nach vorne schauen lassen, uns Mut und Kraft geben weiterhin für eine Welt zu kämpfen, in der Unterdrückung, Naturzerstörung, Krieg und das Wettrennen an den Börsen der Metropolen ein für alle Mal Geschichte sind.
Vor 10 Jahren haben wir uns mit hunderttausenden Menschen aus der ganzen Welt in Genua getroffen um den selbsternannten Repräsentanten des globalen Nordens, den so genannten „G8“ unser „NEIN!“ entgegen zu schleudern. Unser „NEIN!“ zu ihrer Plastikwelt, die alles zu Waren macht, an der die Menschen nur noch als ProduzentInnen des Reichtums für einige Wenige teilnehmen dürfen. Unser „NEIN!“ zu einer Welt, auf der nur ein kleiner Teil der Bevölkerung das Recht auf Ernährung, Bildung und körperliche wie psychische Unversehrtheit hat. Unser „NEIN!“ zur tödlichen Logik des Kapitalismus.
Denn unser „NEIN!“ vereint und stärkt uns!
Unser "NEIN!", überquert Grenzen, schmuggelt sich an Zollbehörden vorbei, überwindet die sprachlichen und kulturellen Unterschiede, und vereinigt den ehrlichen und noblen Teil der Menschheit, der auch, und das darf man nicht vergessen, ihre Mehrheit ist. Unser „NEIN!“ braucht keine Genehmigung, keine Partei und auch kein Hoffen auf eine höhere Gewalt.
Denn unser „NEIN!“ ist das „JA!“ zum Leben, zur Kollektivität, denn wir glauben an Solidarität und Schönheit – unser „NEIN!“ ist der Mut zur Utopie!
Wir, die wir uns in Genua trafen, waren geeint durch die Hoffnung und die Entschlossenheit für eine andere Welt zu kämpfen. Inspiriert durch die zapatistische Bewegung, die 1994 „eine andere Welt ist möglich“ ausrief. Wir waren Teil der Proteste von Seattle und Prag, der Weltsozialforen und unserer jeweiligen lokalen Kämpfe. Die Antwort der Herrschenden in Genua war klar: Auf die Köpfe, die sie nicht erobern konnten mussten sie einschlagen, die lauten Stimmen für eine andere Welt sollten zum Schweigen gebracht werden. Carlo wurde erschossen. Tausende wurden verletzt, verhaftet und gefoltert. In Bolzaneto, in der Diaz Schule, auf den Polizeistationen, im Gefängnis Marrassi. Wir haben nicht vergessen, und wir stehen noch immer hier!
Das, was damals schlecht war, ist heute noch beschissener. In atemberaubender Geschwindigkeit exportieren Sie Kriege, Klimakatastrophen und Börsencrashs. Unsere Hoffnung, dass sich dieses System selber zu Fall bringen würde, erfüllte sich bislang leider nicht. Eine Minderheit habsüchtiger Krimineller hat dem Rest der Menschheit und der ganzen Erde den Krieg erklärt. Wir erleben derzeit eine nukleare Katastrophe, für die die Mächtigen der Welt verantwortlich sind. In ihrem Profitwahn hinterlassen sie eine Spur der Verwüstung, die Teile unseres Planeten unbewohnbar macht.
War vor 10 Jahren unser „NEIN!“ richtig, so ist es das heute erst Recht!
Allerorts formiert sich neuer Widerstand. Weltweit gehen die Menschen auf die Strasse und lassen sich nicht länger mit den ihnen zugewiesenen Zuschauerplätzen am Rande der Geschichte abspeisen. Der Hunger nach sozialem Umbruch und Würde ist da. Wir sind da!
„Man sagt uns, daß es sich bei der Globalisierung um einen unvermeidlichen Prozess handle, der wie die Schwerkraft wirke. Darauf antworten wir: Dann müssen wir eben die Gesetze der Schwerkraft außer Kraft setzen.“ Subcomandante Marcos / Chiapas
Es lebe die Rebellion, die "NEIN!" sagt!
Tod dem Tod!
Genova Libera – Berlin Kreuzberg 2011
10 years after Carlo Guliani was shot by the Italian police, we will open the Carlo Guliani park in Berlin Kreuzberg. This park shall be a free space belonging to everybody, a place of meeting each other and of respect – a park without the terror of consume and efficiency, without paranoid security and surveillance measures. In Berlin, there are only few places left in which we are not forced to spend money, be a customer or have the feeling of moving on a catwalk. Why? Who has stolen these places? Who has stolen culture, the feeling for music, art and community? Who has stolen our city? Those being responsible for privatisation and commercialisation, the profit strategists of the free market, the engineers of the grey everyday life are the ones.
The name of Carlo Guliano shall let us remember and to the same time let us look forward and give us the courage and the power to continuously fight for a world in which oppression, the destruction of our environment, war and the race at the stock markets of the metropolis´ are now and for all times history.
10 years ago we met with hundred thousands of people of the whole world in Genoa to confront the self-elected representatives of the global north, the so called G8, with our NO!. Our NO! to their plastic world turning everything into a product and in which the normal people can only participate in form of being producers of the wealth of the some, the few. Our NO! to a world in which only a minority has the right to nourishment, education and to the freedom of bodily and mental integrity. Our NO! to the lethal logic of capitalism.
Because our NO! unifies and strengthens us! Our NO! crosses borders, smuggles itself past customs officers, overcomes the differences of language and culture and unifies the honest and noble part of mankind, which also is, and that should not be forgotten, its majority. Our NO! needs no permission, no party and no hope in higher authorities.
Because our NO! is a YES! For life, for collectiveness, as we believe in solidarity and beauty – our NO! means to have the courage for utopia.
Those of us having met in Genoa were unified through the hope and the will to fight for another world. We were inspired through the Zapatist movement which declared “another world is possible” in 1994. We were part of the protests in Seattle and Prague, during the world social forums and in the corresponding local struggles. The answer of the ruling class in Genoa was clear: They had to beat those they could not win, the loud voices demanding another world had to be silenced. Carlo was shot. Thousands were injured, arrested and tortured. In Bolzaneto, the Diaz School, in the police stations, the Marrassi jail. We have not forgotten and we still are here!
The issues being bad to that time have worsened. In breathtaking speed they export wars, climate catastrophes and stock market crashes. Our hope that this system will destroy itself has up to now not fulfilled itself. A minority of greedy criminals has declared war on the rest of mankind. In the moment, we experience a nuclear catastrophe for which the powerful of the world are responsible. In their mania for profit they leave behind a trail of destruction, making parts of our planet uninhabitable.
If our NO! was right 10 years ago, it even more is today!
"Everywhere, new resistance is forming. Worldwide, people go onto the streets and are not satisfied with being spectators at the margins of history any more. The hunger for social change and dignity exist. We are there! “We are told that globalisation is to be an inevitable process having the effect of gravity. So our answer is: Then we will have to suspend the laws of gravity.” Subcomandante Marcos / Chiapas
Long live the rebellion saying NO!
NO! to death!
Genova Libera – Berlin Kreuzberg 2011